Steuertipps für Willich, Viersen, Kempen, Krefeld & Mönchengladbach

Und täglich grüßt das Fahrtenbuch

Der BFH hat aktuell entschieden, dass ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch insbesondere Datum und Ziel der jeweiligen Fahrten ausweisen muss. Es genügt nicht, wenn als Fahrtziele nur Straßennamen angegeben sind, auch wenn die Angaben anhand nachträglicher Auflistungen präzisiert werden.

Die Fahrtenbuchmethode ist nur dann interessant, wenn ein Geschäftswagen ausschließlich betrieblich oder nur ganz selten privat genutzt wird, oder wenn die Pkw-Kosten sehr gering sind und der Listenpreis des Fahrzeugs sehr hoch ist.

Das bedeutet: Sind die tatsächlichen Fahrzeugkosten niedriger als der Privatanteil nach der Ein-Prozent-Regelung, wirken sich keine Kosten des Geschäftswagens mindernd auf den Gewinn aus. Ein entscheidender Nachteil der Fahrtenbuchmethode ist allerdings: Sämtliche Fahrten mit dem Firmenwagen müssen mit Kilometerstand am Anfang und Ende der Fahrt aufgezeichnet werden, auch Grund und Ziel der Fahrt müssen eingetragen werden. Die Aufzeichnungen müssen laufend und zeitnah erfolgen. (siehe BFH, Urteil v. 1.3.2012, VI R 33/10).

Elektronische Fahrtenbücher akzeptiert das Finanzamt nur, wenn die Aufzeichnungen nach Auslesen nicht mehr änderbar sind. Betriebsprüfer schauen beim Fahrtenbuch meist sehr genau hin. Schon bei kleinsten Mängeln wird die Regelung häufig gekippt und die Ein-Prozent-Methode angewendet.

Ermittlung des Privatanteils nach der Fahrtenbuchmethode

Die Fahrten mit dem betrieblichen Pkw müssen vom ersten bis zum letzten Kilometer eines Wirtschaftsjahrs nachvollziehbar sein. Hierzu sind folgende Angaben notwendig:

  • Datum
  • Kilometerstand zu Beginn und zum Ende jeder Fahrt
  • Reisezweck, Reiseziel und aufgesuchte Kunden oder Geschäftspartner
  • Reiseroute
  • bei Privatfahrten genügt die Kilometerangabe
  • bei Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb genügen die Kilometerangabe und ein Vermerk, dass Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb vorliegen.

Unternehmer, die ihren Firmen-Pkw sehr häufig zu privaten Fahrten nutzen, fahren mit der Ein-Prozent-Regel meist steuerlich günstiger als mit der Fahrtenbuchmethode.

Auch für diejenigen, die aufgrund ihres stressigen Berufsalltags genau wissen, dass sie die Disziplin nicht aufbringen, ein Fahrtenbuch laufend und zeitnah zu führen, ist die Ein-Prozent-Regel perfekt. Denn anstatt dauernd Aufzeichnungen zu führen, brauchen Unternehmer bei der Ein-Prozent-Regel nur ein paar Daten und der Privatanteil ist ermittelt. Bei dieser Schätzmethode müssen Unternehmer monatlich ein Prozent des inländischen Bruttolistenpreises des Fahrzeugs zum Zeitpunkt der Erstzulassung ihrem Gewinn hinzurechnen.

Das bedeutet im Klartext: Selbst wenn ein Unternehmer das Auto gebraucht kauft, einen üppigen Rabatt vom Autohändler bekommt oder einen günstigen Re-Import erwirbt – für die Ein-Prozent-Regel gilt nur der inländische Bruttolistenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung. Zusätzlich zur Privatnutzung müssen Sie noch 0,03 Prozent des inländischen Listenpreises je Entfernungskilometer für zwölf Monate für die Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb dem Gewinn Ihres Unternehmens hinzurechnen.

Bei Ermittlung des zu versteuernden Privatanteils nach der Ein-Prozent-Regel wird der Bruttolistenpreis des Fahrzeugs im Zeitpunkt der Erstzulassung herangezogen.

Tipp: Erhalten Sie einen Steuerbescheid, in dem die Privatnutzung des Pkw nach der Ein-Prozent-Regel erfolgte, legen Sie Einspruch ein und beantragen Sie die Festsetzung eines niedrigeren Listenpreises. Lehnt das Finanzamt den Einspruch als unbegründet ab, stehen wir gerne mit Rat und Tat zur Seite!

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