Vermietung: Wann darf der Vermieter die Wohnung besichtigen?

Ein Vermieter darf eine vermietete Wohnung grundsätzlich nur bei einem konkreten Anlass, z. B. zur Begutachtung eines Schadens, betreten. Ein Münchner Gericht hat jetzt aber entschieden, dass der Vermieter die Wohnung alle 5 Jahre auch ohne konkrete Anhaltspunkte für Schäden oder Mängel besichtigen kann.

Der Vermieter einer Wohnung wollte diese besichtigen, um einer von der Hausverwaltung gemeldeten Geruchsbelästigung und eventuellen Schäden nachzugehen. Der Mieter lehnte dies ab, zugleich bestritt er eine von der Wohnung ausgehende Geruchsbelästigung. Der Vermieter hatte die Wohnung zuletzt vor mehr als 5 Jahren in Augenschein genommen. Das Amtsgericht entschied, dass der Vermieter ein Recht auf Besichtigung hat und der Mieter diese dulden muss.

Zwar sind Routinekontrollen und Besichtigungen ohne Anlass unzulässig. Hat der Vermieter jedoch einen konkreten sachlichen Grund, besteht ein Besichtigungsrecht. Im vorliegenden Fall gab es ernsthafte Anhaltspunkte dafür, dass ein Schaden eintreten kann, da ein muffiger Geruch auf Schimmelbildung hindeutet.

Abgesehen davon kann die Vermieterin nach Ansicht der Richter hier auch deshalb Zutritt zur Wohnung verlangen, weil seit der letzten Besichtigung mehr als 5 Jahre vergangen sind. Alle 5 Jahre darf ein Vermieter die Wohnung besichtigen, weil dies einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung entspricht. Dies ist auch der Zeitraum, nach dessen Ablauf normalerweise Schönheitsreparaturen vorzunehmen bzw. Arbeiten am Mietobjekt erforderlich sind.

Bei einem 5-Jahreszeitraum wird der Mieter auch nicht über Gebühr beeinträchtigt, da der Vermieter die Besichtigung vorher ankündigen muss.

 

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